PRAXISWELTEN
Zur Geschichte der Begegnung von Arzt und Patient
 
Eine Ausstellung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité und des Deutsche Medizinhistorischen Museums Ingolstadt
 
„Was führt Sie zu mir? Wo tut es weh? Bitte machen Sie sich frei! Nehmen Sie das hier und kommen Sie in einer Woche wieder!“ – Damit ist der Arztbesuch zu Ende. Doch die Praxis geht jetzt erst richtig los. Schon während der Untersuchung hat sich der Arzt Notizen gemacht. Bis zum nächsten Termin folgen weitere Aufzeichnungen: Beobachtungen und Überlegungen zu den Krankheitszeichen, den Befunden und zum weiteren Vorgehen.
Das Herzstück der ärztlichen Praxis ist eine Textsammlung: die Patientenkartei. Sie dient zur Gedächtnisstütze und zur Abrechnung, aber auch zur Speicherung von Wissen und Erfahrung. Derartige Praxisaufzeichnungen von Ärzten gibt es schon lange. Für die historische Forschung bilden sie eine wertvolle Quelle, um die ärztliche Praxis früherer Zeiten zu rekonstruieren. Daher bilden acht Praxisjournale aus drei Jahrhunderten den Ausgangspunkt für die Ausstellung „Praxiswelten“. Sie stammen aus dem heutigen Deutschland, Südtirol und der Schweiz.
 
In der Ausstellung wird jede Praxis mit ihren besonderen Schwerpunkten vorgestellt und durch vielfältige historische Objekte veranschaulicht.  Im Zentrum steht dabei jeweils eine Begegnung von Arzt und Patient. Diese Begegnungen weisen, bei allen Unterschieden, auch eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf. Um sie zu verstehen, werden wesentliche Aspekte wie Heilung und Tod, Behandlung und Honorar in ihrer historischen Entwicklung ausgeleuchtet.
 
Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund „Ärztliche Praxis (17. bis 19. Jahrhundert)“, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
 
Gewidmet ist die Ausstellung der langjährigen Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums Ingolstadt, Christa Habrich (1940-2013).